Privatkonkurs

Wenn die Schuldenlast erdrückend wird und Sie nicht mehr wissen, wie Sie Ihre Schulden bezahlen sollen, ist es höchst an der Zeit, an die Möglichkeit eines Privatkonkurses zu denken. Wenn Sie schon früher daran denken, nämlich ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie wissen, dass Sie Ihre fälligen Verbindlichkeiten nicht begleichen können, ist es noch besser.

Wann Sie konkursreif sind

Natürliche Personen (gleichgültig ob sie ein Unternehmen betrieben haben oder nicht) sind konkursreif, wenn Sie zahlungsunfähig sind, also Ihre fälligen Verbindlichkeiten nicht begleichen können und dieser Zustand nicht nur vorübergehend besteht.

Tritt dieser Fall ein, sollten Sie die Einleitung des Schuldenregulierungsverfahrens (das ist bloß die Bezeichnung für das Konkursverfahren über das Vermögen natürlicher Personen, vielfach auch als Privatkonkurs bezeichnet) beantragen.

Zahlungsplan, Abschöpfung, Zwangsausgleich – Wege aus der Krise

Das Schuldenregulierungsverfahren ist eine Möglichkeit, Sie von Ihren Schulden zu befreien. Natürlich nicht umsonst. Im Schuldenregulierungsverfahren gibt es – kurz zusammengefasst – folgende Möglichkeiten:

Bei einem Zahlungsplan bieten Sie Ihren Gläubigern eine Quote, zahlbar entweder sofort oder in Raten, bis zu 7 Jahre lang. Eine Mindesquote gibt es nicht. Nehmen die Gläubiger den Zahlungsplan an, so sind Sie nach dessen Erfüllung schuldenfrei. Während der Laufzeit leben Sie ganz normal Ihr Leben. Bevor aber über den Zahlungsplan abgestimmt werden kann, muss Ihr gesamtes Vermögen (soweit es nicht der Exekution entzogen ist) verwertet werden, also zB ein Auto, eine Wohnung, ein Haus, etc.

Bei einem Zwangsausgleich müssen Sie zumindest die Bezahlung von 20% der Verbindlichkeiten innerhalb von 2 Jahren anbieten. Ihr Vermögen braucht zuvor aber nicht verwertet zu werden. Wird der Zwangsausgleich angenommen und Sie bezahlen pünktlich, sind Sie schuldenfrei.

Gelingt weder ein Zahlungsplan noch ein Zwangsausgleich bleibt Ihnen nur noch das Abschöpfungsverfahren. Der pfändbare Teil Ihres Einkommens wird für 7 Jahre auf die Gläubiger aufgeteilt. Haben Sie dann mindestens 10% bezahlt, erhalten Sie vom Gericht die Restschuldbefreiung, andernfalls wird das Verfahren um weitere 3 Jahre verlängert. Haben Sie dann immer noch nicht mindestens 10% bezahlt, entscheidet das Gericht, ob eine Restschuldbefreiung tunlich ist. Nur wenn Sie die Restschuldbefreiung erhalten, sind Sie schuldenfrei.

Außergerichtlicher Ausgleich

Natürliche Personen, die kein Unternehmen betreiben, müssen vor Einleitung des Privatkonkurses einen außergerichtlichen Ausgleichsversuch unternehmen, um keinen Kostenvorschuss erlegen zu müssen. Dazu muss jedem Gläubiger nachweislich das Angebot der Zahlung einer bestimmten Quote gemacht werden. Lehnt ein Gläubiger ab, kann das Schuldenregulierungsverfahren ohne Kostenvorschuss für die Verfahrenskosten eingeleitet werden (das betrifft aber nicht allfällige Vertretungskosten!).

Was kostet die Vertretung im Privatkonkurs

Die Vertretung des Schuldner durch einen Rechtsanwalt ist nicht vorgeschrieben, aber sehr wohl zu empfehlen. Als Rechtsanwalt erarbeite ich für Sie die nötigen Schriftsätze und stelle alle erforderlichen Anträge. Außerdem begleite ich Sie durch das ganze Verfahren und erarbeite mit Ihnen von Anfang an die richtige Strategie, damit Sie am Ende möglichst schuldenfrei da stehen.

Die Kosten für die Vertretung hängen von der Höhe der Verbindlichkeiten ab und sind in der Regel als Pauschalbetrag am Anfang zu bezahlen. Das erste Kontaktgespräch, bei dem ich Ihnen die Möglichkeiten einer Entschuldung erläutere und anhand Ihrer Angaben abschätze, ob ein Privatkonkurs für Sie sinnvoll ist, ist jedenfalls kostenlos. Bei diesem Gespräch werden dann auch die Vertretungskosten und allenfalls die Zahlungsmodalitäten besprochen.

Kontakt

Wenn Sie einen Termin für ein Kontaktgespräch oder eine eingehende Beratung vereinbaren möchten, eine Frage zu einer allfälligen Vertretungsübernahme haben oder sonst mit mir in Kontakt treten möchten, rufen Sie mich an (01 / 533 58 53), schicken Sie mir eine E-Mail oder nutzen Sie das Kontaktformular.